Weiter in den Norden Dalmatiens…

…nach Zadar

Um 7 Uhr in der Früh packe ich wieder meine Sachen zusammen und belade damit mein Motorrad und checke aus. Leider ist der Himmel wieder bedeckt und noch immer weht eine ziemlich steife Brise. Ich düse zurück zum Fährhafen und kaufe mir ein Ticket für die Überfahrt ans Festland. Da mir die junge Dame am Ticketschalter jedoch mitteilt, dass die nächste Fähre erst in einer Stunde ablegt. Fahre ich noch mal zurück zu dem Supermarkt, an dem ich gerade noch vorbei gerauscht war und kaufe mir noch etwas zum Frühstück.

Wieder zurück im Fährhafen reihe ich mich in die Schlange ein, die mit der Fähre übersetzen will und genieße mein Käsebrötchen.

Dann geht es die Küste entlang immer weiter in Richtung Süden. Die zahllosen Kurven um jede noch so kleine Bucht herum machen zwar Spaß zu fahren, sind auf Dauer jedoch auch ziemlich anstrengend, da man alle paar Hundert Meter eine weitere Kurve einschätzen muss, mit welcher Geschwindigkeit man sie nehmen kann. Da ist Konzentration gefragt!

Als ich schließlich an meinem Ziel, Seline, ankomme, muss ich leider feststellen, dass der Campingplatz, der laut ADAC-Campingführer ganzjährig geöffnet hat, natürlich geschlossen hat. War ja klar! Vor mich hin fluchend, entscheide ich mich spontan weiter in die Großstadt Zadar zu fahren, da ich weiß, dass es dort einige Hostels zur Auswahl gibt.

Nach einiger Zeit fahre ich auf die A1, die mit einer mautpflichtigen Brücke eine große Bucht überbrückt und so die Fahrt erheblich verkürzt. Schließlich komme ich in Zadar an und ich lasse mich von meinem Navi direkt zum Hostel meiner Wahl leiten. Es stellt sich heraus, dass das Hostel im 4 Stock eines sehr modernen Büro-Komplexes liegt, in dem scheinbar sämtliche andere Stockwerke mit Zahnarzt-Praxen und Dentallaboren belegt sind. Das Hostel ist sehr modern eingerichtet und kostet nur 10 Euro/Nacht. Nach dem ich eingecheckt habe, stelle ich jedoch überrascht fest, dass es sich um ein 16 Bett-Zimmer handelt! Der „Schlafsaal“ erinnert mich auf den ersten Blick an die Bundeswehr, stellt sich bei genauerer Betrachtung aber als recht raffiniert aufgeteilt heraus. Jedes (Stock-)Bett bildet eine Art eigene Kapsel und ist bis auf eine Seite rund um geschlossen und Dank Vorhang hat man durchaus eine gewisse Privatsphäre. Meine Hoffnung, der einzige Gast zu sein, wird leider enttäuscht, als später drei Jungs ihre Betten beziehen.

Ich schleppe mein ganzes Gepäck in den 4. Stock hoch und frage an der Rezeption wo man hier ein Motorrad „sicher“ parken könne. Der junge Mann versichert mir, dass es rund ums Hostel kein Problem sei, da alles Kamera überwacht sei. Ich frage mich, ob mir das wirklich was bringt, wenn dann Diebe mit meinem Motorrad davon fahren, da ich aus diversen Youtube-Videos weiß, dass die meistens von Anfang an Helme tragen, um dann der Polizei im Verkehr nicht aufzufallen. Dennoch lasse ich mein Motorrad wohl oder übel direkt vor dem Hostel stehen und mache mich mit meiner Kamera auf, die Stadt zu erkunden.

Nach einem 10-minütigen Fußmarsch durch eine eher herunter gekommene Gegend, mit hässlichen Wohnsilos, komme ich zunächst an den Hafen. Wie sich dann aber heraus stellt, bin ich auf der falschen Seite des Hafens, da die Altstadt auf einer Halbinsel auf der anderen Seite liegt. Zum Glück muss man den riesigen Hafen jedoch nicht ganz umrunden, da auf halber Höhe eine Fußgängerbrücke hinüber führt.

Die Altstadt macht dann einen recht guten Eindruck, auch wenn sie längst nicht so eng und verwinkelt ist, wie die meisten Städte, die ich in letzter Zeit besucht habe. Man merkt halt, dass man in einer Großstadt ist. Im Zentrum beeindruckt mich die sehr ungewöhnliche Rundkirche Sv. Donat aus dem frühen 9. Jahrhundert, die auf den noch immer sichtbaren Fundamenten eines römischen Forums gebaut wurde. Leider ist sie jedoch verschlossen.

Zu meiner Freude finde ich auf meinem Rückweg zum Hostel dann in einem Andenkenladen sogar einen Aufkleber mit der kroatischen Flagge für meinen Koffer, den ich bisher immer vergeblich gesucht hatte. Eigentlich hatte ich ja vor, von jedem Land in dem ich war, die Flagge auf meine Koffer zu kleben. Leider sind solche Aufkleber jedoch gar nicht so einfach zu finden, wie man denken mag und so fehlen mir immer noch die Flaggen von Österreich, der Schweiz und Slowenien.

Zurück im Hostel setze ich mich mit meinem Laptop in den „Entertainmend-Room“ und kann dank einer schnellen und stabilen Internetverbindung sogar noch einiges arbeiten. Und da es sogar eine kleine Küche gibt, koche ich mir noch Spaghetti Carbonara zum Abendessen.





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