Taj Mahal

Die Träne auf der Wange der Zeit

Als 1631 Mumtaz Mahal, die Hauptfrau und große Liebe des Shah Jahan, bei der Geburt ihres 14. Kindes im Kindsbett verstarb, lies der Shah ihr zu Ehren ein prächtiges Mausoleum errichten.

Das 58 m hohe und 56 m breite Taj Mahal wurde am Südufer des Flusses Yamuna am Stadtrand von Agra aus gebrannten Ziegelsteinen errichtet und vollständig mit weißem Marmor verkleidet. Die vier um das Hauptgebäude herum angeordneten Minarette sind leicht vom Gebäude wegweisend geneigt, damit sie bei einem Erdbeben nicht auf das Hauptgebäude stürzen.
Eine 18 Hektar große ummauerte Gartenanlage erstreckt sich in südlicher Richtung. Im Westen wird das Taj Mahal von einer Moschee und symetrisch im Osten von einem Gästehaus flankiert.
Der Zugang zur Anlage erfolgt durch ein großes Torgebäude im Süden.
In der Architektur der gesamten Anlage verschmolz persische Baukunst mit indischen Elementen zu einem herausragenden Werk, das von vielen als das schönste Gebäude der Welt angesehen wird.

Der Legende nach hatte Shah Jahan geplant auf der anderen Seite des Flusses Yamuna für sich selber ein identisches Mausoleum errichten und mit schwarzem Marmor verkleiden zu lassen. Vieles spricht für diese These, wie z.B. die asymentrische Gartenanlage um das Taj Mahal, die durch eine identische Anlage auf der Nordseite des Flusses ihre Symmetrie wieder erlangt und somit dem persischen Ideal entsprochen hätte.
Doch bevor er seinen Plan verwirklichen konnte, wurde der Shah von seinem eigenen Sohn gestürzt und musste den Rest seines Lebens als Gefangener im Roten Fort von Agra verbringen. Nach seinem Tod wurde er neben seiner Frau im Taj Mahal bestattet, was die perfekte Symmetrie des Innenraumes zerstört - ein weiterer Beleg dafür, dass der Shah ursprünglich andere Pläne für seine eigene Grabstätte hatte.

Das Taj Mahal wurde 1983 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Heute ist das Taj Mahal nicht nur ein Touristenmagnet, sondern wird - als Symbol unsterblicher Liebe - besonders gerne auch von frisch vermählten indischen Eheleute in ihren Fliterwochen besucht.

Der Dichter Rabindranath Tagore beschrieb einst in einem seiner Gedichte das Taj Mahal als „eine Träne auf der Wange der Zeit“.

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