Die Festung Klis

aka Festung „Meereen“

für „Game of Thrones“-Fans

Wie der Wetterbericht schon prophezeit hatte, regnete und stürmte es am Sonntag den ganzen Tag. Also blieb ich in meiner Hütte und machte Homeoffice.

Heute scheint jedoch schon beim Aufstehen die Sonne in mein Fenster. Stürmen tut es jedoch immer noch recht ordentlich und auf meinen Weg in den nahen Supermarkt, stelle ich fest, dass es über Nacht einen ordentlichen Temperatursturz gab. War es die letzten Tage tagsüber immer um die 15 Grad, so hat es heute laut Wetterapp nur noch maximal 7 Grad. Aber zum Glück soll es morgen schon wieder wärmer werden.

Mein Ziel ist heute die Festungsanlage Klis zu besuchen, die ca. 14 km außerhalb von Split hoch oben in den Bergen liegt. Da ich von dort oben auch eventuell den Sonnenuntergang und Split bei Nacht fotografieren will, warte ich mit meinem Ausflug bis zum Nachmittag. In der Zwischenzeit arbeite ich noch etwas und koche mir ein Mittagessen auf dem Campingkocher.

Gegen 14 Uhr fahre ich dann los. Schon auf der Straße, die hoch zur Burg führt, hat man einen atemberaubenden Blick über Split. Oben am Parkplatz angekommen, stelle ich fest, dass hier der Wind praktisch in Orkanstärke bläst und mit den niederen Temperaturen einem durch Mark und Bein fährt. Wie ich feststelle, bläst der Wind vom Landesinneren hinaus aufs Meer. Das erklärt sicher die kalten Temperaturen. Ich bin froh, dass ich meine dicke Motorradmontur anhabe, die weitestgehend winddicht ist. Ohne Helm zieht es aber doch extrem an den Ohren. Also ziehe ich mein Halstuch bis über beide Ohren und mache mich, wie ein Ninja verkleidet, auf den Weg die Burg zu besteigen.

Das Kassenhäuschen ist nicht besetzt, aber das Tor zur Burg ist zum Glück trotzdem geöffnet. 45 Kuna Eintritt gesparrt – nicht schlecht. Die Größe der Festungsanlage aus dem 9. Jahrhundert überrascht mich! Klis war schon zur Römerzeit befestigt und diente zur Überwachung der Straße von Salona ins Landesinnere. Zugegeben die Lage ist perfekt! Der Blick sowohl in Richtung des Meeres als auch ins Landesinnere ist einfach gigantisch!

Ich wundere mich, dass ich fast die ganze Zeit völlig alleine durch die riesige Festungsanlage schlendere und keine anderen Touristen zu sehen sind. Erst als ich gerade wieder gehen will, kommt eine kleine Gruppe Jugendlicher mir entgegen. Vermutlich „Game of Thrones“-Fans, da die  Festungsanlage in der Serie als Drehort für die Festung „Meereen“ diente.

Da ich bis zum Sonnenuntergang immer noch ca. 1 1/2 Stunden Zeit habe, beschließe ich, auf die andere Seite des Tals zu fahren, um von dort eventuell ein gutes Foto von der Burg machen zu können. Wie ich später feststelle, bewirkt der Berg im Hintergrund jedoch, dass man die Festung auf den Fotos kaum erkennen kann.

Kurz vor Sonnenuntergang fahre ich wieder zurück zur Festungsanlage. Wie ich dann feststellen muss, ist inzwischen das Tor zur Burg fest verschlossen, aber zum Glück hat man vom Vorplatz trotzdem einen spektakulären Ausblick über Split.

Während ich warte, bis langsam die Lichter in Split angehen, stelle ich fest, dass mit dem Untergang der Sonne, die Temperaturen noch weiter drastisch fallen, so dass meine Finger trotz Handschuhe langsam steif werden. Auch meiner Kamera scheint der eiskalte Wind nicht sonderlich zu gefallen, da sie meine Versuche auch ein Paar Panoramafotos zu machen mit einem Systemfehler quittiert und schließlich ganz ihren Dienst verweigert. Also zücke ich mein iPhone und knipse damit weiter. Doch auch das schaltet sich nach wenigen Minuten aus und lässt sich nicht mehr starten.
Gut beim iPhone hätte ich das eventuell erwartet, aber das meine 3.500,- Euro-Kamera so kälteempfindlich ist, ärgert mich dann doch etwas.

Ohne funktionierende Kamera, brauche ich auch nicht mehr länger zu warten und mache mich notgedrungen wieder auf den Rückweg in meine warme Hütte und mache mir etwas zum Abendessen.





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