Paleokastritsa auf Korfu

Aus irgend einem Grund wache ich schon um 6 Uhr morgens auf und stelle fest, dass es stock dunkel ist und selbst die Heizung gibt keinen Laut mehr von sich. Da es etwas frisch ist, versuche ich mit der Fernbedienung die Heizung etwas höher zu drehen, erst da realisiere ich, dass der komplette Strom ausgefallen ist. Zunächst vermute ich, dass nur eine Sicherung heraus gesprungen ist, doch ein Blick aus dem Fenster deutet darauf hin, dass wohl niemand mehr hier im Ort Strom hat, denn es ist auch draußen stock finster. Also lege ich mich wieder ins Bett und packe mich warm ein… Erst um kurz nach 9 Uhr ist plötzlich der Strom wieder da.

Entgegen dem Wetterbericht, der für heute Regen vorausgesagt hatte, scheint jedoch die Sonne und ein umwerfendes Panorama über eine herrliche, felsige Bucht bietet sich mir, als ich die Fensterläden öffne.

Das will ich natürlich ausnützen und mache mich fertig für einen Spaziergang. Gerade als ich gehen will, treffe ich auf meine Vermieterin, die mir erklärt, dass bei dem schönen Wetter auch das Internet wieder funktionieren sollte.

Ich laufe den abenteuerlichen Weg hinab, den ich gestern mit meinem Motorrad hoch gefahren bin und laufe in Richtung des kleinen Ortes Paleokastritsa, der eigentlich nur aus ein paar Häusern, einem kleinen Sandstrand und einem Anleger für Boote besteht. Direkt hinter dem “Hafen” ragt eine steile Felswand empor, die laut meiner Karten-App einige Aussichtspunkte bietet, also folge ich der kleinen Straße hinauf. Oben angekommen, entdecke ich, dass es hier sogar ein kleines Kloster am Rand der Felsklippe gibt. Doch das ist leider geschlossen. Also laufe ich einen kleinen, unbefestigten Pfad hinüber zu einem Felsen, der weit ins Meer hinaus ragt und mache dort ein paar Fotos.

Auf meinem Weg zurück, möchte ich den kleinen Wanderweg am Hang, hoch über den Häusern ausprobieren, den ich in meiner Karten-App entdeckt habe. Auch dieser Weg ist unbefestigt, lässt sich aber gut laufen, obwohl er übersät ist, mit Milliarden von Olivenkernen und verfaulten Oliven, da der ganze Hang voll steht, mit Oliven-Bäumen. An einer Stelle ragt ein riesiger Felsen in den Weg, der glitzert und funkelt als wäre er besetzt mit Millionen Diamanten. Bei genauer Betrachtung handelt es sich jedoch vermutlich eher um Feldspat oder einem ähnlichen Mineral. Am Wegesrand entdecke ich tatsächlich zwei blühende Osterglocken – und das Mitte Dezember!

Obwohl der Weg laut meiner App eigentlich oberhalb der Häuser am Hang entlang führen sollte, wundere ich mich nach einiger Zeit, dass es noch immer nur bergauf geht. Bei einem Blick auf meine App bemerke ich, dass ich offenbar eine Abzweigung verpasst habe und inzwischen schon fast den ganzen Berg erklommen habe. Das war eigentlich nicht meine Absicht, also drehe ich um und nehme die Abzweigung, die ich zuvor eher für einen kleinen ausgetrockneten Bach gehalten hatte.

Als ich schließlich kurz nach 12 Uhr zurück zu meinem Appartement komme, begrüßt mich meine Vermieterin mit einem Teller Spaghetti und erklärt, dass das ein typisches Gericht für diese Region sei. Leider habe ich den Namen des Gerichts nicht verstanden, aber für mich sieht es nach Spaghetti Bolognese aus und schmeckt auch so. Seltsam, dass das hier ein typisches Gericht sein soll. Aber Hauptsache es schmeckt!

Anschließend teste ich gleich mal das Internet, muss jedoch feststellen, dass es eher schlecht als recht funktioniert. Trotzdem setze ich mich an meinen Laptop und erledige einige dringende Arbeiten, auch wenn die Internetverbindung alle paar Minuten völlig zusammen bricht und ich mich jedes Mal neu einloggen muss, was mich schier in den Wahnsinn treibt.

Als ich gegen Abend noch ein mal eine kleine Wanderung unternehmen möchte, fängt es leider gerade an wieder zu regnen. Also verwerfe ich mein Vorhaben und ärgere mich weiter mit dem Internet herum.





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