In den Bergen Istriens

Da ist er wieder, der unangenehme Zeitpunkt, wenn man aus dem warmen Schlafsack klettern muss. Beim Blick aus dem Zelt sehe ich das Gras weis von Raureif und auch das Zelt ist  mit einer dünnen Eisschicht bedeckt. Offenbar war es heute Nacht doch kälter, als ich erwartet hatte. Aber zum Glück hält mein Schlafsack erstaunlich warm, so dass ich nichts davon mitbekommen habe. Mit meinem letzten Wasser mache ich mir einen heissen Cappucino. Dann packe ich alles schnell zusammen und mache mich wieder auf den Weg.
Einige Kilometer weiter, in Marseti, halte ich an einem Café und gönne mir einen weiteren Cappucino. Bei der Gelegenheit fülle ich auch meinen dringend benötigten Wasservorrat wieder auf.

Kurz darauf bin ich auch schon in Pazin, einer kleinen Stadt, deren Hauptattraktion eine tiefe Schlucht ist, die bereits Jules Verne inspiriert haben soll. Über der Schlucht drohnt die Burg Montecuccoli und direkt darunter verschwindet das kleine Flüsschen Pazinčica einfach in einem Loch im Karstgestein und fließt durch mehrere große Höhlen unterirdisch weiter. Leider hat sowohl die Burg als auch die Höhle zu dieser Jahreszeit geschlossen und über der Schlucht hängt ein so dichter Dunst, dass man auf den Fotos kaum etwas erkennen kann. Also fahre ich weiter.

Auf dem Weg zu dem kleinen Örtchen Hum, tief im Hinterland Istriens, geht es auf einer herrlich kurvigen Strecke durch die Berge, die zu dieser Jahreszeit in wunderschönen Herbsttönen in der Sonne strahlen. In der Ferne sehe ich sogar, das auf einigen höheren Bergen etwas Schnee auf dem Gipfel liegt. An einer Stelle mit besonders schöner Aussicht, mache ich halt und schieße ein paar Fotos von der bezaubernden Landschaft.

Kurz vor Hum sehe ich plötzlich 4 Motorradfahrer die mit ihren Enduro-Maschinen recht abenteuerlich durch das felsige Gelände heizen. Ich halte an um zuzuschauen. Sofort kommt einer der Biker zu mir her gefahren und es stellt sich heraus, dass es drei Österreicher sind, die ihren kroatischen Freund besuchen um gemeinsam mit ihm ein bisschen die Berge unsicher zu machen. Nach einem kleinen Schwätzchen fahre ich schließlich weiter.

Kurz darauf erreiche ich Hum, das als “die kleinste Stadt der Welt” bezeichnet wird und gerade mal 30 Einwohner zählt. Gebaut auf den Ruinen einer über 1000 Jahren alten Burg, besteht der winzige Ort eigentlich nur aus drei Häuserreihen und einer Kirche (erbaut 1802) mit frei stehendem Kirchturm (erbaut 1552) und einem Stadttor aus dem 11. Jahrhundert. Doch das Beste ist der herrliche Ausblick über die Berge Istriens.

Beim Spaziergang durch den menschenleeren Ort, entdecke ich das man hier auch Zimmer mieten kann. In einem der kleinen Shops in denen Wein und Olivenöl an Touristen verkauft wird, frage ich nach den Preisen für ein Zimmer. Bei einem Preis von 26,- Euro pro Nacht kann ich nicht widerstehen und miete mich in einem der hübschen Häuser ein. Obwohl alle Häuser hier von außen sehr rustikal wirken, bin ich überrascht wie modern und gepflegt mein Zimmer ist und wie sich heraus stellt, sogar über eine erstaunlich schnelle Internetverbindung verfügt. Da kann sich die Telekom in Deutschland mal ein Scheibchen abschneiden!

Bei meinem Abendspaziergang lasse ich auch wieder meine Drohne ein bisschen um den Ort kreisen und fange so herrliche Aufnahmen vom Sonnenuntergang über den Bergen Istriens ein.





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