Im Schneegestöber über die Alpen

Tag 2: Alpenüberquerung unter erschwerten Bedingungen

Da der Wetterbericht für Norditalien für die nächsten Tage Dauerregen vorhersagt, ändere ich meinen Plan und fahre, statt erst nach Mailand, nun doch direkt nach Venedig. Egal wie das Wetter wird, Venedig will ich mir auf jeden Fall 2-3 Tage genauer anschauen.

Also sitze ich bereits um 7 Uhr wieder auf dem Motorrad und fahre bei strömenden Regen, wieder zurück Richtung Vaduz, um dann kurz davor südlich in Richtung Davos abzubiegen. Aber nicht ohne unterwegs eine gute Frühstückspause einzulegen.

Dann folgt stundenlanges Fahren durch den strömenden Regen. Die Wolken hängen so tief, dass man noch nicht mal die Berge rings herum sehen kann. Schließlich erreiche ich die höchste “Stadt” der Alpen: Davos.
Dann weiter den Flüela-Pass hinauf, wo der Regen langsam in Schnee übergeht. Meine erste Fahrt mit dem Motorrad durch dichtes Schneetreiben. Ich stelle genervt fest, dass Schnee am Helmvisir kleben bleibt und nicht wie Regen vom Fahrtwind weg geblasen wird, so dass man ständig mit der Hand das Visir frei wischen muss. Auf der Südseite des Passes bleibt dann schließlich auch noch der Schnee auf der Straße liegen, so dass ich nur noch im Schneckentempo voran komme. Vor allem die zahlreichen Spitzkehren fordern einem bei Schnee viel Feingefühl mit der Bremse ab. Das hätte auch ins Auge gehen können!

Kurz darauf gehts beim Piz Nair über den zweiten verschneiten Pass noch mal auf fast 2.500 Meter hoch. Doch dann gehts endlich immer nur noch bergab in Richtung Italien. Irgendwo im Münstertal komme ich dann an den Grenzübergang. Der Grenzposten hat Mitleid mit mir und winkt mich einfach durch.

In der zweitgrößten Stadt Südtirols, Merano, entscheide ich mich spontan, ein Hostel zu suchen, da es dank des Wetters bereits wieder dunkel wird und meine – angeblich wasserdichten – Handschuhe inzwischen komplett durchnässt sind. Ohne meine Griffheizung wären meine Finger vermutlich schon längst abgefroren.

Das “Meran Youth Hostel” stellt sich als recht angenehm und mit 24,- Euro/Nacht auch bezahlbar heraus. Wie mir die Dame an der Rezeption erzählt, bin ich gerade fast der einzige Gast und so habe ich ein großes 3-Bett-Zimmer mit Bad ganz für mich alleine. Und die Matratzen scheinen auch ganz in Ordnung zu sein. 😉





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