Athen

An meinem ersten Tag in Athen ist der Himmel leider noch ziemlich bedeckt. Daher entscheide ich mich, nicht sofort die Akropolis zu erklimmen, da es in den nächsten Tagen schöneres Wetter geben soll und dann auch die Fotos sicher besser werden.

Stattdessen mache ich eine erste Erkundungstour und einen Museums-Tag.

Wie ich schnell feststelle, liegt das Hotel nicht unbedingt in der besten Gegend. Die meisten Leute denen ich hier begegne scheinen keine Griechen zu sein und die Restaurants um die Ecke heißen “Bagdad” und “Aleppo”…

Ich laufe weiter in Richtung Zentrum. Das erste Museum das ich besichtigen will, ist das Archäologische Nationalmuseum. Als ich am Ticketschalter nach einem Kombi-Ticket frage, bekomme ich ein Ticket für 15 Euro, mit dem ich zusätzlich auch noch das “Byzantinische und Christliche Museum”, das “Epigraphische Museum” und das “Numismatisch Museum” besuchen kann.

Im Archäologische Nationalmuseum werden die atemberaubendsten archäologischen Funde, nicht nur aus Athen, sondern aus ganz Griechenland ausgestellt. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf der Antike, doch auch eine sehr beeindruckende Sammlung aus der prähistorischen Zeit wird gezeigt. Hier haben mich vor allem die recht abstrakten Figuren der kykladischen Kultur aus der frühen Bronze-Zeit beeindruckt. Auch die Bronze-Statuen der Antike sind erstaunlich, wenn man bedenkt, welche Kunstfertigkeit notwendig ist, um solche Figuren zu gießen.

Mit dem “Mechanismus von Antikythera” wird auch der vermutlich älteste “Computer” der Welt ausgestellt, der vermutlich mehr Funktionen hatte, als es in den folgenden 1.000 Jahren von vergleichbaren astronomischen Uhren her bekannt war. 

Da das Epigraphische Museum gleich um die Ecke liegt, besuche ich auch das noch gleich. Dort werden  mehr als 14.000 antike griechische Stein-Inschriften aufbewahrt.
Als ich dort ankomme, treffe ich nur drei ältere Herren im Eingang und das Museum scheint geschlossen zu sein. Als ich die Herren frage, ob geöffnet sei, bejahen sie und einer der drei, führt mich persönlich in den ersten Raum, während einer der anderen die Lichter anknipst. Keine Ahnung, ob die gerade erst geöffnet haben, was für 14 Uhr seltsam wäre, oder ob das Museum nicht sonderlich besucht ist. Für letzteres spricht, dass abgesehen von zwei Räumen, die anderen Räume eigentlich eher wie Lagerräume wirken. Die Steine mit den Inschriften, liegen größten Teils unbeleuchtet in Regalen, wie man das für ein Archiv, aber nicht für eine Ausstellung erwarten würde, zumal man von den Inschriften so kaum etwas erkennen kann. In den beiden anderen Räumen kann man dann aber dann doch erfahren, dass die Griechen offensichtlich so ziemlich alles in Stein gehauen haben, was man mal eben notiert haben wollte. Von Lagerbeständen, über Namenslisten gefallener Soldaten, bis hin zu Gesetzen, Wahlergebnissen und Lobpreisungen einzelner Bürger.

Da es schon langsam dunkel wird und ich auch noch zurück laufen muss, spare ich mir die anderen beiden Museen für den nächsten Tag auf und mache mich auf den Rückweg.

Später am Abend habe ich noch eine Verabredung zum Skypen mit meiner ehemaligen Tanzpartnerin Claudia, die gerade in Australien ihre Doktorarbeit schreibt. Ich freue mich sehr mal wieder von ihr zu hören und da wir uns auch jede Menge zu erzählen haben, quatschen wir dann auch fast zwei Stunden lang miteinander.





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