Olympia und der Tempel des Apollon bei Bassae

Als ich los fahre scheint zum Glück tatsächlich die Sonne.
Mein erstes Ziel heute ist der Tempel des Apollo Epicurius in der Nähe von Bassae. Der Weg führt mich zunächst durch das langgestreckte Tal nord-westlich von Sparta. Fast am Ende des Tals geht es weiter westlich ins Gebirge hoch. Bereits hoch in den Bergen passiere ich den kleinen Ort Karitena, der sehr spektakulär am Berg, knapp unterhalb einer großen Festung liegt, die hoch oben auf einem Felsen droht. Leider wußte ich von diesem Ort vorher nichts und hatte deshalb auch keinen Halt hier eingeplant. Und da ich heute ein recht strammes Programm geplant habe, beschließe ich nur kurz anzuhalten, ein paar Fotos zu schießen und dann weiter zu fahren.
Nach zahllosen Schleifen und Kehren durchs Gebirge, komme ich schließlich beim Apollo Tempel an, der völlig abgeschieden praktisch im Nirgendwo zu liegen scheint.
Der Tempel wurde vermutlich zwischen 430 und 420 v.Chr. von den Einwohnern des Ortes Phigaleia gebaut, um Apollon dafür zu danken, dass er sie während des Peloponnesischen Krieges vor der Pest bewahrt hat. Den Ort Phigaleia gibt es inzwischen nicht mehr, der Tempel hingegen gilt als der zweit best erhaltene antike Tempel in Griechenland und zählt zum UNESCO Weltkulturerbe. 39 Säulen und ein Großteil des Mauerwerks stehen noch bzw. wurden wieder aufgerichtet. Leider ist der Tempel jedoch seit 1987 von einem rießigen Zelt umschlossen, um ihn vor Wind und Wetter zu schützen. Schöne Fotos sind so leider kaum möglich, zum einen, weil man im Zelt zu nah dran ist und zum anderen weil man immer die Zeltplane als Hintergrund hat.

Also fahre ich schon nach kurzer Zeit wieder weiter.
Mein nächstes Ziel ist das antike Olympia.
Ein kleines Stück muss ich wieder zurück fahren um dann zunächst nach Norden und später weiter nach Westen abzubiegen.
Schließlich kommt man von den Bergen herab in ein weitläufiges Tal. Das antike Olympia liegt direkt neben der heutigen Stadt Archea. Die offensichtlich recht touristisch ausgelegt ist.
Am Parkplatz stelle ich mein Motorrad ab und muss noch ein ganzes Stück zu Fuß laufen, bis ich am Ticketschalter bin.
Das Ticket kostet 6 Euro und beinhaltet neben der Ausgrabungsstätte auch zwei Museen. Leider ist es jedoch bereits 14 Uhr und wie in den Wintermonaten üblich schließen auch hier alle Pforten bereits um 15 Uhr. Ich kaufe trotzdem das Ticket um wenigstens noch die Ausgrabungsstätte besichtigen zu können.
Mir fällt zunächst auf, dass das antike Olympia an einem recht ungewöhnlichen Ort errichtet wurde. Anders als die meisten anderen Heiligtümer der Antike, liegt Olympia in einem völlig unspektakulären, topfebenen Tal am Zusammenfluss der Flüsse Kladeos und Alpheios. Selbst in Sparta, das ebenfalls im Tal liegt, gab es einen kleinen Hügel auf dem die Akropolis (= Oberstadt meist mit Wehranlage) errichtet wurde. Hier gibt es von alle dem nichts.
Vermutlich geht die ungewöhnliche Lage auf die uralte Geschichte zurück. Ausgrabungen haben gezeigt, dass hier bereits im 4. Jahrtausend vor Christus eine Siedlung bestand. Mitte des 11. Jahrhunderts v. Chr. entstand hier dann ein Heiligtum zu Ehren des Zeus. Regelmäßige Wettkämpfe sind nachweisbar ab dem 7. Jahrhundert v. Chr.
Den Höhepunkt der Olympischen Wettkämpfe dürfte im 4. Jahrhundert v.Chr. gewesen sein, da zahlreiche Gebäude aus dieser Zeit stammen.
Erst im Jahre 426 n. Chr. ließ der oströmische Kaiser Theodosius II. die olympischen Spiele verbieten. 551 wurde Olympia schließlich durch ein Erdbeben zerstört und anschließend durch Überschwemmungen der Flüsse unter Schlamm begraben.
Heute kann man noch die Fundamente zahlreicher Gebäude sehen, wie z.B. eines Gymnasiums, einiger Verwaltungsgebäude und Schatzhäuser, eines Bades und natürlich einiger Tempel – und natürlich das Stadion, in dem die Wettkämpfe ausgetragen wurden.
Dieses erscheint jedoch erstaunlich unspektakulär, da es tatsächlich nie eine befestigte Tribüne besaß. Stattdessen ist links und rechts der Laufbahn einfach jeweils ein flacher Hügel aufgeschüttet auf dem früher die Zuschauer sich wohl einfach ins Gras gesetzt haben.
Zu den Olympischen Spielen 2004 wurde eine der Säulen des Zeustempels wieder aufgerichtet. Auffällig dabei ist, dass er mit ca. 10 Metern zwar nicht sonderlich hoch, aber dafür um so dicker bzw. massiger ist.

Nach dem ich eine Stunde durch das antike Olympia geflitzt bin, bleibt für die Museen leider keine Zeit mehr, da natürlich auch sie um 15 Uhr ihre Pforten schließen.

Da ich in Archea leider übers Internet keine bezahlbare Unterkunft gefunden hatte, geht es als nächstes nach Skafidia an die Küste ca. 20 Minuten weiter westlich. Auf dem Weg dort hin beginnt es leicht zu regnen. Dank Navi finde ich den Weg ins winzige Skafidia zum Hotel “Panorama” recht mühelos. Wie sich heraus stellt, spricht der Inhaber fließend Deutsch, da seine Familie wohl ein Restaurant in Weil der Stadt in Deutschland hat. Als ich mein Zimmer im 1. Stock beziehe, stelle ich fest, dass das Hotel seinen Namen zurecht trägt, da man vom Balkon aus einen atemberaubenden Ausblick über den weiten Sandstrand des Nachbarortes Kalakeika hat.
Leider erweist sich jedoch die “Air Condition” als unterdimensioniert, so dass es abends recht frisch wird. Kann allerdings auch sein, dass meine Grippe mich da immer noch etwas empfindlich sein lässt.
Aber wenigstens gibts eine kleine Kochnische, so dass ich mir einen heißen Tee und eine Suppe machen kann.
Das Internet ist zunächst recht flott, stellt um kurz nach 23 Uhr jedoch seinen Dienst völlig ein, gerade als ich anfangen wollte noch etwas zu arbeiten. Immer wieder versuche ich mich einzuloggen, jedoch ohne Erfolg. Das bleibt selbst am nächsten Morgen noch so.
Als ich nach dem Packen, mein Zimmer beim Vermieter bezahle und ihn darauf anspreche, meint der ich hätte ihn anrufen sollen, dann hätte er den Router neu gestartet. Naja, ist jetzt eh zu spät.





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