Schiffswrack und …

…die Wohnburgen von Vathia

Am nächsten Morgen bekomme ich erst mal wieder Besuch von den beiden Katzen, die vor meiner Balkontür wieder lautstark um Futter betteln. Erneut erhält jede ein Stückchen von meinem veganen Käse.
Anschließend packe ich meine Sachen auf mein Motorrad und fahre wieder Richtung Norden.
Doch mein Plan sieht vor, nicht sofort zurück nach Sparta zu fahren, sondern einen großen Umweg über Vathia zu nehmen, das auf einer weiter westlich gelegenen Halbinsel, namens Mani, sogar noch südlicher liegt als Monemvasia und somit die südlichste Landspitze auf dem Peloponnes ist.
Praktischer Weise liegt auch noch eine kleine Touristenattraktion auf meinem Weg nach Vathia: ein gesunkenes Schiff liegt am Strand in der Nähe von Gythio.

Die Legände besagt, dass das Schiff zum Schmuggeln von Zigaretten zwischen der Türkei und Italien benutzt wurde. Als es von der Küstenwache von Gythio aufgebracht wurde, soll die Crew das Schiff in Brand gesteckt haben um die Beweise zu vernichten. Brennend und führerlos strandete es dann am Strand von Gythio. Seither liegt es dort und rottet vor sich hin.
Da es natürlich ein recht wildromantisches Fotomotiv abgibt, wurde es dann schnell zur Touristenattraktion. Jetzt im Winter ist jedoch der Strand menschenleer.

Ich habe Glück und zwischen den Wolken zeigt sich immer wieder auch die Sonne, so dass ich ein paar ganz gute Fotos machen kann. Auch mit der Drohne mache ich ein paar Aufnahmen.

Ich fahre weiter Richtung Vathia. An der Westküste werden die Wolken immer dichter und es weht ein straker Wind vom Mittelmeer herein. Doch zum Glück regnet es immer mal wieder höchstens ein paar Tropfen. Die meiste Zeit ist es jedoch trocken.

Bereits nördlich von Vathia entdecke ich, wofür Mani berühmt ist: die Turmhäuser. Fast jedes Haus hier ist eine kleine Burg, da das Haupthaus aus einem Wohnturm besteht. Er diente nach dem Untergang des römischen Reiches zur Verteidigung gegen die einfallenden Türken. Später auch zur Verteidigung gegen rivalisierende Clans und als Statussymbol.

Vathia selber ist ein kleines Dorf, das sehr spektakulär auf einem steilen Hügel über einer Bucht drohnt. Fast alle Häuser des Dorfes sind in der Turmbauweise gebaut, so dass das ganze Dorf wie eine große Burganlage wirkt.
Bei meinem Spaziergang durch Vathia, stelle ich erstaunt fest, dass fast alle Turmhäuser verlassen sind. Später lese ich auf Wikipedia, dass das Dorf bereits 2011 nur noch 6 Einwohner hatte. Mehr dürften es akutell auch nicht sein.

Inzwischen weht schon fast ein orkanartiger Wind, der die tief hängenden Wolken übers Meer jagt. Manchmal scheint jedoch für einige Sekunden die Sonne durch die Wolken, so dass ich ein paar schöne Fotos machen kann. Für die Drohne ist der Wind jedoch leider viel zu stark.

Da Vathia fast an der Südspitze der Halbinsel liegt, kehre ich um und fahre wieder zurück Richtung Sparta. Nach etwas mehr als einer Stunde, bin ich wieder in Sparta angekommen, wo mich Dimitri willkommen heißt und mir wieder das selbe Zimmer, wie beim letzten Mal zur Verfügung stellt.

2 comments

  1. Comment by Rüdiger Müller

    Rüdiger Müller Reply 4. April 2018 at 7:14

    Sehr interessant was Du alles bisher erlebt hast! Schreib doch mal was über Dein Motorrad und die Komponenten Deiner Ausrüstung und wie sie sich bewähren. Reifen,Gepäcksystem,Umbauten,Campingausrüstung,Kettenöler und überhaupt wie sich Dein Bike bisher bewährt hat. Durchschnittlicher Verbrauch,Ölverbrauch? Alle Fragen eben, die einen Motorradreisebericht von einem normalen Reisebericht abheben. Freu mich schon drauf! Ansonsten wünsche ich Dir noch weiterhin eine tolle Reise mit vielen positiven Erlebnissen und immer gute Fahrt!
    Grüße Rüdiger

  2. Comment by Andreas

    Andreas Reply 18. April 2018 at 9:54

    Das Wrack ist ja ein Super Motiv!

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