Porec

…eine Stadt voller Widersprüche

9. Tag meiner Reise

Nach einer angenehmen Nacht in meiner kleinen Hütte, stelle ich auf dem Weg zur Dusche zunächst fest, dass irgendein Tier mein Käsebrötchen, dass ich in einer Tüte vor die Tür zum Kühlen gelegt hatte, aufgefressen hat und nur noch der Käse übrig geblieben ist und nun verteilt über die Veranda liegt. Na, super! Heute also kein Käsebrötchen zum Frühstück.

Weiter auf dem Weg zur Dusche, fällt mir dann auf dem Holzweg ein seltsamer kleiner Zweig auf, der sich bei genauerer Betrachtung als Gottesanbeterin heraus stellt. Cool, so was habe ich auch noch nie in freier Wildbahn gesehen!

Nach einer ausgiebigen, heißen Dusche, mache ich mir auf meiner Veranda ein verspätetes Frühstück. Eine braun-weiß gefleckte Katze kommt vorbei und bettelt mich um etwas zu fressen an. Ich werfe ihr die kläglichen Überreste meines Käsebrötchens hin, die sie begierig verschlingt.

Nach einem Blick auf den Wetterbericht für morgen, entschließe ich mich noch eine weitere Nacht hier zu bleiben, zumal ich meine kleine Hütte recht gemütlich finde und es morgen Früh regnen soll.

Anschließend schwinge ich mich auf mein Motorrad (ohne Gepäck) und mache mich auf, die Altstadt von Poreč zu erkunden. Dort angekommen, schlendere ich durch fast leere Gassen. Außer mir, scheinen sich zu dieser Jahreszeit höchstens noch eine Hand voll Touristen hier her zu verirren.

Im Zentrum finde ich dann auch die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Euphrasius Basilika, die zu eines der schönsten Beispiele für byzantinische Kunst in Europa zählt. Die wirklich beeindruckenden Fresken stammen aus dem 6. Jahrhundert n. Chr.

Aber abgesehen von der wirklich schönen Basilika, macht Poreč einen widersprüchlichen Eindruck auf mich. Umgeben von unzähligen Campingplätzen und Wasserfreizeitparks (natürlich alle im Winter geschlossen), scheint Poreč der Spagat zwischen moderner Touristen-Massenabfertigung und historischem Erbe irgendwie nicht so recht zu gelingen. Natürlich gibt es in der Altstadt, ein paar nette Fleckchen und hübsche Gassen. Der Rest hingegen, scheint völlig lieblos ausschließlich auf das große Geld mit den Touristenmassen zugeschnitten zu sein.

Wieder zurück in meiner kleinen Hütte, packe ich meinen Laptop aus und versuche noch etwas zu arbeiten…





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