Dubrovnik…

…von oben…

…und bei Nacht

Da ich mir vorgenommen hatte, zum Fort Imperial hinauf zu steigen und auch noch einige Fotos von Dubrovnik bei Nacht zu machen, hatte ich mich schon gestern entschlossen, noch eine weitere Nacht zu bleiben.

Gleich morgens um 9 Uhr mache ich mich auf, den Berg Srđ hinter Dubrovnik zu erklimmen, bis hinauf zum Fort Imperial. Der ist zwar „nur“ 412 Meter hoch, aber durch die Serpentine und den extrem holprigen und steinigen Fußweg, ist das trotzdem eine recht ordentliche Anstrengung und so brauche ich fast 1 Stunde bis ich oben völlig verschwitzt ankomme. Leider stellt sich schon unterwegs heraus, dass die Sonne so ungünstig steht, dass sie sich auf allen Fotos, die ich von Dubrovnik mache, sehr störend im Meer um Dubrovnik spiegelt. Trotzdem ist der Ausblick von hier oben natürlich atemberaubend. Vor allem da man von hier auch in das bergige Hinterland blicken kann.

Im Fort Imperial ist ein Museum über den kroatischen Unabhängigkeitskrieg 1991-95 und die Belagerung Dubrovniks eingerichtet. Eigentlich kostet das Museum 30 Kuna Eintritt, aber da das Tickethäuschen nicht besetzt ist, gehe ich einfach so rein. Zahlreiche Wandtafeln und jede Menge Waffen, Granaten- und Mörserhülsen zeugen von den Gefechten. In einem Raum läuft ein Film über die Belagerung Dubrovniks, den ich mir eigentlich gerne ansehen würde, doch leider wird es mir nach einiger Zeit hier so kalt, dass ich lieber wieder hinaus in die Sonne gehe. Das Fort hat ein kalt-feuchtes Klima, wie ein Bunker und das verträgt sich mit meinen nass geschwitzten Klamotten eben nicht sonderlich gut.

Ich mache noch ein paar weitere Fotos und mache mich schließlich an den Abstieg. Auf halber Strecke werde ich Zeuge, wie ein Militärhubschrauber unter dem eine alte Kanone hängt, diese unten auf der Festung Lovrijenac absetzt. Das erklärt, warum gestern schon ein Militärhubschrauber dicht über der Festung schwebte und vermutlich war auch die Gruppe Soldaten, die ich gestern auf der Festung getroffen hatte, wegen den Vorbereitungen dort.

Pünktlich um 12 Uhr bin ich wieder zurück in meinem kleinen Hostel. Mein Plan ist es, noch ein bisschen zu arbeiten und dann gegen 15:30 Uhr, kurz vor Sonnenuntergang, wieder in die Altstadt zu gehen, um noch ein paar Fotos in der blauen Stunde und dann auch später bei Dunkelheit zu machen.

Nach dem Mittagessen setze ich mich wieder an meinem Laptop – doch durch die gestrige und die frühmorgendliche Anstrengung fallen mir schon nach kurzer Zeit die Augen zu. Doch gegen 14 Uhr wache ich wieder auf und kann wenigstens doch noch ein paar E-Mails beantworten.

Kurz bevor ich wieder zur Altstadt aufbreche, bekomme ich wieder einen neuen Mitbewohner. Dieses mal ein junger Kerl aus Australien.

Bewaffnet mit Kamera und Stativ mache ich mich um 15:30 Uhr wieder auf den Weg in die Altstadt. Ich schlendere durch die engen Gassen und schnell wird es immer dunkler und die Lichter gehen an. Auf der größten Einkaufsgasse wurde schon gestern ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut. Aber seltsamer Weise scheint hier jede Weihnachtsbude das Gleiche anzubieten: gebratene Würstchen und alkoholische Getränke. Ich verzichte und wandere weiter durch die nächtlichen Gassen und mache meine Fotos.

Gegen 18:30 Uhr werden langsam meine Beine immer schwerer und ich beschließe mich auf den Heimweg zu machen. Die letzten zwei Tage bin ich so viel gelaufen, wie zuletzt vielleicht in Venedig.

Nach meinen Abendessen, stelle ich fest, dass mein neuer Mitbewohner scheinbar erkältet ist. Zumindest zieht er alle 20 Sekunden seine Nase hoch – was doch auf Dauer etwas nervt. Ich kann nur hoffen, dass er mich nicht ansteckt! Bin ja mal gespannt, wie die Nacht wird…





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